Was ist „Social Distancing“ und warum hilft es gegen das Coronavirus?

Zum Coronavirus (SARS-CoV-2, 2019-nCoV) gibt es aktuell viele Meldungen, Nachrichten, politische Entscheidungen und auch Falschmeldungen. Vielleicht gehe ich an anderer Stelle genauer auf die einzelnen News ein; hier soll es erst einmal um das sogenannte Social Distancing gehen. Was bedeutet das? Und was bringt das im Hinblick auf die Ausbreitung von Corona? Was soll diese soziale Distanzierung von anderen? Ich versuche es im Folgenden bestmöglich zu erklären.

Was bedeutet Social Distancing?

Der Begriff kommt aus dem Englischen und bedeutet „Soziale Distanzierung“. Weil vor allem der physische Kontakt (Familienfeiern, Partys, Treffen mit Freund*innen und Kolleg*innen) als soziale Interaktion gesehen wird, dient der Begriff dazu, eine physische Isolation von Einzelpersonen zu beschreiben. Wird man also hinsichtlich der Coronavirus-Bedrohung zu „Social Distancing“ aufgefordert, heißt das im Klartext: bleib zuhause, halte draußen mindestens 2 Meter Abstand zu anderen, meide Veranstaltungen, Treffen und Feiern! 

Denn: Wird der Kontakt zu anderen minimiert, steckt man sich oder andere auch wesentlich seltener an. Und genau das ist das Ziel des Ganzen.

Warum hilft Social Distancing?

Wie eben schon zusammengefasst, hilft die physische Distanzierung von anderen, weil dann der Virus nicht so leicht von infizierten Personen zu nicht-infizierten Personen überspringen kann. Je länger wir uns also von anderen Menschen fern halten, desto länger vermeiden wir Ansteckungen. Das hilft im Großen und Ganzen aber nur, wenn möglichst viele Menschen dazu beitragen. Hier gilt: keine Ausnahme machen, weil Tante Erna ja nur einmal 70 wird. Denn die Gefahr ist, dass Tante Erna dann ihren 71. Geburtstag nicht erlebt!

Bei der Frage, warum Social Distancing hilft, kommen wir zum englischsprachigen Appell Flatten The Curve; übersetzt: „Die Kurve abflachen“. Das heißt, dass die Infektionszunahme (ausgedrückt in einer Kurve im Diagramm von Zeit (x-Achse) und Infektionszahlen (y-Achse)) verlangsamt wird. Damit kann es zwar immer noch viele, viele Erkrankungen geben, diese werden aber über einen längeren Zeitraum gestreut, sodass Ärzt*innen und Pflegepersonal entlastet und die für die Behandlung nötigen Ressourcen nicht überstrapaziert werden.

Flatten The Curve: Die Infektionskurve abflachen (Quelle: Spiegel)

Hier zwei Grafiken von DER SPIEGEL, die zeigen, wie die Abflachung der Infektionskurve, also das Verlangsamen der Infektionszunahme in der Bevölkerung, das Gesundheitssystem entlastet (Quelle). Ziel der isolierenden Maßnahmen und des Abstandhaltens ist, die rote Kurve in die blaue Kurve umzuwandeln.

Flatten The Curve: Ohne Vorsichtsmaßnahmen wie Social Distancing, also zuhause bleiben, Kontakte meiden und Abstand halten, gibt es zu schnell zu viele Infektionen mit dem Coronavirus.

Flatten The Curve: Ohne Vorsichtsmaßnahmen wie Social Distancing, also zuhause bleiben, Kontakte meiden und Abstand halten, gibt es zu schnell zu viele Infektionen mit dem Coronavirus.

Die Kurve abflachen: Mit Vorsichtsmaßnahmen können wir es als Gesellschaft schaffen, die Anzahl der Infektionen über die Zeit hinweg klein zu halten. Bleibt zuhause! Meidet physische Kontakte! Sagt Veranstaltungen ab!

Die Kurve abflachen: Mit Vorsichtsmaßnahmen können wir es als Gesellschaft schaffen, die Anzahl der Infektionen über die Zeit hinweg klein zu halten. Bleibt zuhause! Meidet physische Kontakte! Sagt Veranstaltungen ab!

Erklärung als Grafiken im Vergleich (Quelle: Washington Post)

Im Folgenden habe ich noch einmal tiefergehende Grafiken für euch. Diese habe ich der Webseite der US-amerikanischen Zeitung „Washington Post“ entnommen. Auf deren Webseite findet sich ein Artikel mit Animationen, die zeigen, was keine Isolation, eine nicht ernst genommene Isolation, eine Distanzierung von 3/4 der Bevölkerung und eine Distanzierung von 7/8 der Bevölkerung bewirken (jeweils auf 200 Punkte in der Animation heruntergebrochen). Gerade letztere zeigt, dass die Infektionskurve deutlich abgeflacht und damit das Gesundheitssystem entlastet werden kann. Deshalb: Bleibt zuhause!

(Legende zu den Grafiken: Blau = Gesund; Braun = Krank; Rosa = Geheilt)

Verbreitung ohne Quarantäne

Verbreitung mit „löchriger“ Quarantäne

3/4 partizipieren in „Social Distancing“

7/8 nehmen „Social Distancing“ ernst

Was „Social Distancing“ NICHT bedeutet: Soziale Isolation

Natürlich ist der gewählte Begriff, der nun die Runde macht, nicht ganz glücklich gewählt. Ihr sollt euch natürlich nicht zuhause einigeln und mit gar niemandem mehr kommunizieren. Ihr könnt nämlich immer noch das Telefon oder Smartphone nutzen, um Leute anzurufen oder euch anrufen zu lassen. Ihr könnt weiterhin WhatsApp, Telegram und SMS nutzen. Ihr könnt weiterhin Skype und FaceTime verwenden – und, und, und. Aber bitte, bitte, BITTE: Bleibt zuhause, wenn ihr persönlichen, physischen Kontakt mit anderen vermeiden könnt. Auch diese eine Feier, dieses eine Klassentreffen oder dieser Stammtisch der nächsten Wochen muss einfach mal ausfallen, um als Teil der Gesellschaft eben jener zu helfen. Danke!

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